Eine wundervolle Zeit in Carate – Corcovado National Parc

Unterdessen haben wir Cloudbridge in San Gerardo verlassen. Wir sind wieder einmal mega früh um 6.15 Uhr losgezogen, um den Bus in San Gerardo um 6.10 Uhr nach San Isidro zu erwischen. Bis anhin benötigten wir immer wieder mal langärmlige Kleidung. Vor allem am Nachmittag oder Abends wurde es kühl und regnerisch, da waren wir echt froh um die Thermowäsche, da diese schnell tocknete. Normale Baumwollwäsche braucht ohne Sonne drei Tage zum trocknen. Daher nutzen wir den Freitgagmorgen für ein Früstück in San Isidro … unterdessen kennen sie uns dort schon. Wir haben auch die ganze Auswahl schon durchprobiert. Zur Frühstückszeit kommt man hier nicht um „Pinto“ herum. Pinto beinhaltet immer Reis mit schwarzen Bohnen an einer speziellen Salsa, fritierte Kochbananen und entweder Spiegelei, Fleisch oder Käse. Je nachdem was man bestellt. Die Girls kommen erst langsam auf den Geschmack, daher testeten sie sich durch die Kuchenabteiliung. Einig sind sich jedoch alle, dass die Batidos mega lecker sind. Das sind Fruchshakes entweder mit Wasser oder Milch. Unsere Favoriten sind definitiv mit Wasser und Ananas oder Brombeer …….. oder Wassermelone. Mango ist auch recht lecker!

Auf jedenfalls nutzen wir die Zeit, um für Sven, Hannah und Livia noch ein paar T-Shirts zu kaufen. Danach nahm Sven den Bus nach Quepos, um unser Mitauto abzuholen. Wir anderen nahmen den Bus zurück nach San Geradro. Da der Bus so selten fährt, kennt man untderdessen die anderen Reisenden, da immer die selben Personen ein- und aussteigen. Paula genoss noch die letze Spanischlektion bei Denisse. Sie schrieb zwei Dankesbriefe für Edgar und Carlos in Spanisch. Sie ist unterdessen richtig mutig und spricht mit allen englisch oder spanisch. Ich packte alles zusammen …. so nach einem Monat benötigt dies doch ein wenig Zeit.

Am Samstag morgen verabschiedeten wir uns von allen und sind um 9 Uhr losgefahren. Sven hat die Unterkunft organisiert, ich hatte keine Ahnung wo wir hinfahren. In Cloudbridge trafen wir eine Schweizer Familie, die uns sagte, dass es im Corovado National Park schön sein soll. Das war so ungefähr unsere ganze Info. Natürlich haben wir einen Reiseführer dabei, aber zum lesen war so gar keine Zeit bzw. Motivation. Die Familie meinte noch, dass sie sieben Stunden benötigten. Na ja, wir dachten das Navi hat sicher recht, und dieses meinte ehrer fünf wie sieben Stunden. Am Ende wurden es 9.5 Stunden! Wir sind losgefahren, hatten Hunger, assen Pinto und Empanadas, fuhren weiter, assen Mittagessen, machten einen kurzen Stop am Meer. Die Kinder waren hell begeistert, obwohl es ziemliche Wellen hatten. Danach ging es weiter nach Puerto Jimenez. Kurz vorher schrieb uns Eric, dass wir Essen mitbringen müssen. Wir dachten, ja ja wir kaufen so das Nötigste. In Costa Rica hat es überall kleine Shops und Fruchstände am Strassenrand. Wie sich später herausstellte, gibt es hier aber gar nichts zu kaufen! In Puerto Jimenez war der letzte Store! Nach dem Besuch im Supermarkt und an der Tankstelle stellten wir das Navi nochmals neu ein. Für die 40 km nach Carate zeigte das Navi ca. 1.5 Stunden an!!! Wir dachten schon, dass da etwas nicht stimmen kann. Nachdem wir aber auf die Schotterpiste kamen, wussten wir auch warum. Der Weg führte und durch Wälder, Schlaglöcher, Flüsse … nach knapp zwei Stunden kamen wir endlich in der Dunkelheit an. Dies war echt anstrengend! Dafür wurden wir mit einem Traum von einem Haus belohnt. Es ist ein ziemlicher Luxus hier für die hiesigen Verhältnisse – aber mega schön! Fenster hat das Haus nicht, nur Moskitonetzte. In der Nacht ist es ca. 27 Grad und am Tag im Minimum 33 Grad. An der Sonne noch gleich viel mehr. Unternimmt man einen kleinen Spatziergang, dann ist man einmal durchgeschwitzt. Echt ziemlich heftig!

Unser Plan: erst mal ausschlafen! Das kann man hier gleich vergessen. So zwischen 4 und 5 Uhr beginnen die Brüllaffen an zu brüllen! BRÜLLEN! Also ich habe diese ja nur am Tag gehört, aber die Lautstärke ist echt beeindruckend. Super laut! Dementsprechend müde waren alle … ausser mir 🙂

Wir haben erstmal gefrühstückt und sind dann auf die Pirsch. Es gibt hier einen tollen Garten. Das ganze Areal ist aber 65 Hektaren gross! RIESIG! Das wäre dann mal 80 mal unser Grundstück!!! Wir sind ein wenig den Weg Richtung Meer gegangen, da ging es schon los. Nach drei Minuten sahen wir Spider Monkeys, Aras, Tukans und einen Nasenbär. Die Girls waren richtig aus dem Häusschen! Am Strand sahen wir unzählige Ara-Pärchen, die ebenfalls ziemlich laut sind. Die Wellen hier sind ziemlich hoch und man kann nur am Rand baden bzw. spielen. Dies stört uns aber nicht weiter. Weiter hinten auf unserem Anwesen wohn Eric. Er ist ein Tico, der hier aufgewachsen ist und das Haus betreut und als Tourguide arbeitet. In den Corcovado Nationalpark darf man nur mit einem lizenzierten Führer. Er hat ein ungemeines Wissen und sieht und hört Tiere, wo wir noch gar nichts erkenne. Zudem hat er eine Engelsgeduld mit den Kindern …. ein super Glücksgriff für uns. Geplant war für den zweiten Tag eine Wanderung im Corvodado Nationalpark. Da es aber am Tag davor regnete, wollte eine andere Familie ihre Tour verschieben. Zuerst waren wir unsicher, ob dies wegen den Wetteraussichten Sinn macht. Eric meinte aber, dass er uns nur einen Tag im Park empfehlen würde. Wir können alle Tiere auch ausserhalb vom Park sehen, da wir ja direkt neben dem Park wohnen. So verschiebten wir also unsere Tour …zum Glück.

Am selben Tag machten wir eine Nachtwanderung mit Eric. Dies war echt super spannend. Neben Kröten und „Red Eyes Tree Frogs“ sahen wir auch eine riesige Tree Boa. Eric war ebenfalls ganz aus dem Häuschen. Er meinte, es gäbe viele von diesen, daber er habe noch nie eine so Grosse gesehen. Sie war sicher mehr als zwei Meiter lang. Kaum waren wir an der Schlange vorbei, trieb uns Eric nach vorne. In aller Ruhe stand ein Tapir vor uns, welcher sich erstmal gar nicht bewegte. Er stand einfach da und schaute uns ewigs an. Irgendwann drehte er sich um und ging. Wir natürlich hinter ihm her. Eric zog uns auf die Seite, da so ein Tapir doch ein ziemliches Gewicht hat und unter Bedrohung sich auch mal verteidigt. Aber „unser“ Tapir war so gar nicht in Verteidigungslaune – vielmehr kam er nochmals zurück, damit wir ein tolles Video drehen konnten. Das war echt ein beeindruckendes Erlebnis.

Affenshow im Garten: Zu Beginn waren wir ganz aufgeregt, wenn wir einen Affen sahen. Unterdessen wird es schon bald normal. In unserem Garten bieten uns die Spideraffen eine richtige Show. Die springen hier wie die Wilden durch die Gegend und wir konnten tolle Bilder auch von Baby-Affen machen. Von unserer Küche aus kann man auch gemütlich einen Kaffee trinke und die Affen beobachten. Auf „unserem“ Grundstück fanden wir auch Weisskopf Kapuzineraffen, welche durch die Bäume turnen. Ein bisschen die Strasse runter und im Corcovado Nationalpark sahen wir dann die kleinste Affenart: die Kapuzieneraffen. Diese waren extrem zutraulich und sind bis zu einem Meter vor uns auf dem Boden gesessen. Das ist echt der Knaller! Jetzt hoffen wir, dass wir die Brüllaffen nicht nur hören, sondern auch noch sehen werden. Dann haben wir alle vier Affenarten in Costa Rica gesehen.

Auf der Osa-Halbinsel gibt es eine grosse Ara-Population. Sie fliegen jeweils als Paar durch die Gegend und sind wunderschön anzusehen. Gestern unternahmen wir die Wanderung in den Nationalpark. Wir waren erst mal 3km unterwegs bis zum Eingang und danach noch 3km bis zum Fluss. Das klingt jetzt nicht nach viel, aber bei diesen Temperaturen ist dies ganz schön anstrengend. Eine frisch geköpfte Kokusnuss, viele kleine Krebse, bunte Vögel, viele Coatis und andere Tiere machten den Weg zu einem tollen Erlebnis. Eric hat uns auch sehr viel über die Pflanzen und Bäume erzählt. Insgesamt ist der Park enorm gross. Wir haben nur einen ganz kleinen Teil gesehen. Am Fluss direkt am Meer machten wir unseren Mittagsstop. Wir sassen dort auf dem Schwemmholz, als ganz gemütlich ein Nasenbär anmarschiert kam. Dieser zeigte keinerlei Scheu vor uns und ist einfach mal so an uns vorbei marschiert. Mega! Ich persönlich finde die Pelikane auch sehr eindrücklich. Sie segeln ganz dicht über den Wellen auf der Suche nach Sardinen über das Meer. Diese Flugformation sieht super schön aus.

Wir haben beschlossen noch ein paar weitere Tage in diesem Paradies zu geniessen. Es ist einfach traumhaft hier. Zur Zeit hat es keine anderen Touristen hier. Ab und zu fährt mal eine Gruppe Tagestouristen vorbei. Aber das sind so 1-2 Gruppen pro Tag. Die Kinder haben sich mit den Nachbarkinder angefreundet. Die quatschen zwar ununterbrochen in einem fort Spanisch mit uns. Wir verstehen nur einen Bruchteil davon, was sie aber nicht wirklich zu stören scheint. Heute haben wir gemeinsam Cinnamon Rolls gebacken und im Meer gebadet.

Wir haben eine wunderschöne Zeit hier!

4 Kommentare zu „Eine wundervolle Zeit in Carate – Corcovado National Parc

  1. Carmen und ich kommen kaum aus dem Staunen raus. Was ihr alles erlebt ist fantastisch. Das Foto mit dem Frosch, diese Farben sind der HAMMER. Was uns auch so beeindruckt hat sind die Filme mit der Wildkamera im Regenwald. Nicht nur die Pumas und der Ozelot es sind auch die Geräusche die der Regenwald macht. Es ist richtig laut. Wir wünschen euch noch viele Erlebnisse, die ihr mit uns teilt. Liebe Grüsse Carmen und Claudia

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